Okt 102010
 

ididitposterAuf unserer Partnerseite weeklydavespeak.com schildert Sharif, wie seine Freundin Anna DMB dazu gebracht hat, auf dem Gorge-Konzerten „I Did It“ zu spielen. Die Geschichte  wie die Erlebnisse von Andy Clark (Big Eyed Fish) und Rena Purnhagen (Sugar Will) zeigen, dass es manchmal Momente gibt, in denen eine Kleinigkeit einen Tag zu einem ganz besonderen Tag machen kann.

Von Sharif

Alles begann vor ein paar Monaten, als endlich feststand, dass ich 2010 auf die George-Konzerte gehen konnte (Für das Vorjahr hatte ich schon Tickets, musste aber in letzter Minute absagen, weil in der Schule etwas dazwischen kam). Gegen März wuchs die Vorfreude auf die drei Shows im September, als mir meine Freundin Anna eine SMS schickte und einfach so fragte: „Wie wär’s, wenn wir uns ein Schild für George basteln?“ Wir hatten mit unseren Freunden so viele Stehplatztickets für die drei Nächte, dass jeder mindestens einmal einen Platz an der Bühne hatte. „Super!“, dachte ich und schrieb ihr das zurück. Wir einigten uns auf „I did it“, weil uns beiden das Lied gefällt (weil es so kurz und hysterisch ist) und bestimmt niemand anderes auf die Idee kommen würde, ein Schild für dieses Lied zu basteln: „Stell Dir mal vor – unter den Dutzenden Schildern für Last Stop und #41 wäre unser riesiges I Didi t-Plakat!“ Hatte ich erwähnt, dass wir ein großes Schild machen wollten? Riesengroß sollte es sein.

Ein paar Monate später war es Zeit, den Gorge-Trip zu vorzubereiten. Ich kaufte vier große Papptafeln und Anna besorgte dicke Stifte, Glitzer und Stäbe, an die wir die Schilder befestigen wollten. Das „I Did It“-Schild sollte ja was Besonderes sein und außerdem für die Band gut zu erkennen sein.

Am Laborday-Wochenende ging es dann los: Ich flog nach Seattle und gemeinsam sind dann früh zur legendären Gorge-Freilichtbühne gefahren. Pat und Joe hatten uns derweil ein klasse Fleckchen auf dem Haupt-Zeltplatz freigehalten. Nach ein paar Hotdogs machte sich Anna an die Arbeit mit den Schildern, und ich habe das Ganze auf Fotos festgehalten. Um die Schilder besser tragen konnten, haben wir drei einzelne Schilder gemacht, an denen Anna unmüdlich werkelte, bis sie perfekt waren.

Irgendwann machten wir uns dann auf den „heimtückischen“ Weg vom Zeltplatz zur Bühne. Eigentlich war es nur ein zehnminütiger Fußmarsch, aber der war mit den Schildern nicht so einfach zu bewältigen. In der Vorfreude, dass Dave später die Schilder sehen wird, marschierten wir zum Eingang, wo unsere Euphorie ein jähes Ende fand – Unsere Schilder wurden einkassiert, weil sie anscheinend zu groß waren. Ehrlich: Das war die größte Enttäuschung überhaupt – wir waren am Boden zerstört.

Ohne Schilder erreichten wir also unsere Plätze, und da wir noch etwa fünf Stunden zu warten hatten, haben wir uns einfach mit ein paar Leuten unterhalten. Dabei stellten wir fest, dass die Schilder unserer „Nachbarn“ auch groß waren und wir fragten uns, warum gerade wir unsere nicht mit reinbringen durften…

ididitannaIrgendwann kam Dave dann raus und kündigte den Opener Alberta Cross an, als Anna eine Idee kam; zumindest verriet das ihr Gesichtsausdruck. Als Dave die Bühne verließ und Alberta Cross zu spielen begann, düste sie zur weißen Absperrung, die das Publikum von der Crew trennte.

Die folgende Passage berichtete sie mir später: >Ich rief „Hey, Dave“. Er schaute mich an, dann kurz hinter sich und zeigte schließlich mit dem Finger auf sich als wolle er sagen: „Wer – ich?“. Ich winkte ihn rüber zu mir, glaubte aber nicht im Traum daran, dass er kommen würde. Aber er tat es. Er streckte seine Hand über den Zaun und sagte „Hallo“, was ich natürlich erwiderte. Dann fügte er hinzu: „Du sprichst besser schnell, denn gleich werden hier jede Menge Leute herströmen.“ – „Es ist so toll, Dich zu treffen“, sprudelte ich raus und er antwortete natürlich, dass er das auch so fände. Nach einer Weile kam mir die Sprache wieder: „Dave, wir haben diese tollen Schilder für Dich gemacht, auf denen ,I Did It‘ steht. Die glitzern über und über und Ich bin mir sicher, dass Sie Dir gefallen würden.“ (Dave lacht). „Leider wurden sie einkassiert, deshalb habe ich mir gedacht, Dich einfach zu bitten, .I Did It‘ zu spielen. Für mich würde es die Welt bedeuten, Dave!“ Er lächelte und entgegnete: „Ein interessanter Wunsch. Wir werden sehen. Für heute haben wir schon eine Setliste, aber vielleicht irgendwann dieses Wochenende!“ Und dann drehte er sich noch mal um und sagte: „Ich muss jetzt gehen. Bis bald“ und puff, war er weg!<

Dann kam Anna wieder zurückgerannt und rief: „Ich habe Dave Matthews getroffen! Ich muss jetzt telefonieren.“, und rannte wieder davon. Also lauschte ich weiter Alberta Cross zu und später noch Ben Harper, der ziemlich gut war. Dann kamen DMB auf die Bühne und als sie Busted Stuff spielten, hatte ich ein paar Tränen in den Augen…

Für den zweiten Abend machten wir dann ein neues Schild für Jaja und Tina, weil sie Innenraumtickets hatten. Leider wurde auch dieses eingesammelt, wie wir später erfuhren.

ididitscribbleEigentlich war die Sache damit gelaufen und zur letzten Show haben wir die Hoffnung aufgegeben, dass I Did It noch gespielt wird. Glücklicherweise konnten wir unsere Plätze so tauschen, dass wir zu fünft zusammensaßen und schauten uns Ben Harper an (Alberta Cross war nicht so unser Ding, weshalb wir einfach später kamen). Dann beraten DMB die Bühne und nach drei Songs (Minarets war dabei, aber einfach nur schlecht), schnappte sich Dave das Bariton und Pat (der schon die ersten drei Songs am schnellsten voraussagte) rief postwendend: „Jetzt kommt‘s! Das wird ,I Did IT‘ sein!“ Ich antwortete nur: „Ne, wird es nicht. Eher ,Bayou‘ oder was anderes Uninteressantes.“ Dave hängte sich die Gitarre um und schüttelte sich, bis alles bequem an seinen Platz gerutscht war. Uns war nicht klar, dass es eine versteckte Entschuldigung war für das, was als nächstes passierte: Wir hören zweifelsfrei die ersten Akkorde von ,I Did It‘ – und wir waren hin und weg. Wir flippten buchstäblich aus – Kreischen, Fingerzeigen, Schreien – das ganze Programm.

Das war der beste Moment in meinen 33 Shows und Annas 42. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass er I Did It gespielt hat … nur für Anna. Gut errraten, Pat!“

ggdm41

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