Sep 112012
 

away-from-the-worldAb heute ist endlich “Away From The World” im Handel — das achte Studioalbum versucht sich, in den Charts zu behaupten. Und der erste Gradmesser wird der Einstieg sein im Billboard-Ranking. Eines steht fest: Das neue Album polarisiert wieder die Fan-Gemeinde, die zum Teil schon den Stream in iTunes nutzte, um sich einen ersten Eindruck vom neuen Werk zu verschaffen. Ein kurzer Eindruck nach ein paar Durchgängen von everydayDMB.de:
Broken Things als Einstiegssong ist vielleicht symptomatisch für die Platte: Er wirkt etwas überfrachtet, immerhin mussten die Ideen und Wünsche von sieben statt fünf Musikern untergebracht werden.
Belly Belly Nice könnte auch vom Album Everyday entstammen und klingt gar nicht so DMB-isch, könnte es aber als dritte Single und Gute-Laune-Song nach Mercy oder Gaucho durchaus in die Charts schaffen. Viel Bläserpower und sogar mit gesanglicher Unterstützung von Boyd hat der Song einiges ungewöhnliches, aber nicht nur die Botschaft des Songs “You Can’t Get Too Much Love” verspricht viel. Dieser Song wird in den Live-Shows mit viel Power daher zu kommen und die Leute von den Sitzen reißen.
Mercy als Single-Auskopplung und erstes Video kommt gefällig und genauso eindringlich mit einer Message, die man schlecht ablehnen: “one by one cloud we turn it around” appeliert Dave an seine Zuhörer, die Welt zu verbessern.
Gaucho ist ebenfalls schon aus einer Vorabveröffentlichung bekannt und von der Message ähnlich we mercy: “We gotta do much more than believe, if wanna see the world change” könnte eigentlich direkt einen Barak-Obama-Werbefilm untermalen, was ja nicht das schlechteste Urteil über einen Song ist. Schöne südamerikanische Trompetenklänge geben nicht nur diesem Song eine spezielle Klangfarbe, die es bislang bei DMB so noch nicht zu hören gab.
Sweet kommt mit seinen mit seinen leichten Mandolinenklängen und Daves zittriger Stimme schon ein wenig daher wie eine light-Version von IZs “Over the rainbow”-Interpretation, wäre da nicht der Break im letzten Drittel, der den Bläsern etwas Raum zum Spielen gibt.
The Riff bezeichnet Dave selbst für den wichtigsten Song auf dem Album. Ein wenig Jethro-Tull-ig kommt er daher, eskalierend und ist Ausgang für das CD-Cover und Album-Titel. Im Vergleich zu vielen alten Songs wirkt auch dieser Song etwas aufgesetzt und die vielen Rhythmus-Wechsel wirken unentschlossen, in welche Richtung der Song gehen soll. Die Lyrics hingegen, sich nicht zu schnell aufzugeben und sich auch nach Jahren noch mühe zu geben, überzeugen. Witzig sind die U-Boot-Sonar-Klänge — insgesamt entwickelt sich allerdings für meinen Geschmack ein unmelodischer Soundbrei mit sehr viel E-Gitarre.
Belly Full erinnert an einen Kindersong à la Butterfly und ist mit 1:44 beinahe ein Teaser oder Intro. Sicherlich eine Alternative von Baby Blue als Starter für das Encore.
If Only ist ebenfalls ein Verdächtiger für eine Single-Auskopplung. Gar nicht so ein üblicher DMB-Song könnten die souligen, weichen Klänge dafür sorgen, dass DMB auch aus der Schmusesong-Ecke einige MP3-Käufer bekommen. Auf jeden Fall ein Song, der es in die Charts schaffen könnte.
Rooftop Tempowechsel, wechselnd zwischen leicht und schwer. Bombastische Mittelteile, ein schönes Trompetensolo von Rashwan, aber alles sehr durcheinander und unmelodisch.
Snow Outside könnte ein Dave-Solo-Project sein, erinnert an stay or leave oder say goodbye. Ein ruhiges Liebeslied für kalte Wintertage. Mein persönlicher Favorit, weil es fast schon Dreaming-Tree-Mäßig unendlich mit Soli ausgebaut werden, die das geniale leichte, Trommelspiel Carter Beaufords umrahmen, bis sich die Klangpyramide immer weiter zuschraubt — leider nicht ganz so eingänglich wie in So Damn Lucky. Zwischendurch hat man das Gefühl, Tim würde den Song mit seinem experimentellen Gitarrenklängen kapern.
Drunken Soldier ist unweigerlich der Held des Albums. Nicht zuletzt, weil es der einzige Song ist, den DMB bis dato noch nicht live eingespielt haben. Mit über neuneinhalb Minuten ist der Song schon für ein Studiowerk episch. Durch seine stilitischen Brüche wirkt er allerdings wie ein Mini-Konzept-Album in einem Song. Aber bietet natürlich jedem Musiker die Chance, seinen Part einzuspielen.
Das Album schließt mit drei Live-Versionen. Was es sicherlich einfacher macht, neue Fans das wahre DMB zu zeigen. Denn die Studio-Alben fristen im Gesamtwerk schon eher ein Schattendasein.
Erstes Zwischenfazit nach einer Woche: Das Album ist interessant und es gibt viele Klänge und Details, die es zu entdecken gilt. Allerdings ist es nicht mehr DMB à la Crash Into Me, #41 oder Grey Street — zu durcheinander wirken viele Songteile. Live wird die Sache sicherlich anders aussehen, denn hier bieten die Songs viel Spielraum, um in wunderschönen Soli zu entschwinden. Ein Muss für jeden DMB-Fan natürlich, denn acht Studio-Alben in 21 Bandjahren sind eine mäßige Ausbeute.
Das meinen die Fans nach der ersten Schnupperrunde:
Silke: “Gaucho hat mir gleich gefallen, aber Broken Things und If Only sind heute meine Favoriten.”
Andy: “Mein Fav ist Rooftop, das drückt so schon und geht mächtig nach vorne. Ich liebe auch die Gitarre von Tim bei Gaucho und The Riff. Insgesamt ein schönes Album – man kann nicht jedes Mal einen Meilenstein veröffentlichen.
Christian: “Dave war wohl ziemlich glücklich in der letzten Zeit. Aber ich vermisse die guten alten Zeiten, als er ein verwirrter, depressiver und wütender Betrunkener war.”
Basti: “Habe ein wenig in If Only reingehört und sehe, dass ich nicht der einzige bin, der der Song mag. Groove ist ein Gefühl sage ich nur.”
Markus R.: “Drunken Soldier. Beim ersten Hören schon zum absoluten Favorit des Albums geworden.”
Christoph: “Ganz nett und besser als erwartet.”
Markus H.: Musste mich ein wenig durch die Scheibe quälen. Hat weder beim ersten Durchlauf gezündet und beim zweiten Mal hat sich auch kein Oha eingestellt.”
Andy C.: “Beim ersten Anhören nicht so begeistert. Drunken Soldier ist super, Belly Belly Nice ist gut… Nach dem dritten und vierten Durchgang: OK!!!”
Mandy: “Der erste Eindruck: Typische DMB-Klänge, diesmal recht ruhig und auch ein wenig melancholisch. Mein Fazit: Die Dave Matthews Band ist live einfach am besten. Das Zusammenspiel der Musiker kommt so voll zur Geltung.”
Christiane: “Gaucho ist mein Favorit. Das war er von Anfang an, als ich ihn das erste Mal gehört habe.”

ggdm41

  2 Responses to “Happy Birthday “Away From The World””

  1. Das Album ist außerhalb der USA nicht erhältlich und im official DMB Store darf man mit einer Nicht-US-Kreditkarte das Album nicht erwerben.

    Das ist einfach lächerlich!!

Leave a Reply to guest Cancel reply

(erforderlich / required)

(erforderlich / required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>